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Fragen und Antworten

Wie werden Augenprothesen aus Glas angefertigt?

Die Augenprothese aus Glas wird mittels eines Bunsenbrenners durch Schmelzen und Auf- bzw. Verblasen des aus einer Glasröhre heraus getrennten Glasteils zu einer Kugel geformt. Auf dieser Kugelspitze folgt nun die Gestaltung der lrisstruktur, indem man farbiges Glas (ineinander verdrehte Glasfäden) aufträgt, mit einem Stück schwarzen Glas die Pupille darstellt und das Ganze dann mit Klarkristallglas überzieht, womit die vordere Augenkammer entsteht. Entsprechend der Anforderung der Augenprothese in Form und Farbe muss nun die Trübung der Sklera gestaltet werden; dann wird die Form aus der Glaskugel herausgeschnitten oder geschält, um der Augenprothese die endgültige Gestalt zu geben. Nach dem Abkühlungsprozess kann die Augenprothese dem Patienten eingepasst werden.

 

Warum ist die Anwesenheit des Patienten wichtig?

Die Augenprothese aus Glas wird individuell für den Patienten hergestellt und angepasst. Dabei ist die persönliche Anwesenheit des Patienten obligatorisch, da nur so eine genaue Prüfung und Untersuchung der Augenhöhle durch den Ocularisten gewährleistet werden kann. Erst dann kann die konkrete Formgebung passgenau erarbeitet werden. Daneben müssen Aussehen und Sitzkomfort entsprechend aller Maßgaben den augenprothetischen Ansprüchen gerecht werden. Von größter Bedeutung ist zudem die Zufriedenheit des Patienten. Nur im persönlichen Gespräch kann der Ocularist auf alle Fragen und Wünsche des Patienten eingehen und so ein optimales Ergebnis erzielen. Über das Fachliche hinaus werden hier auch persönliche Ängste und Unsicherheiten thematisiert und behoben. Dem Ocularisten wird hier eine besondere Aufgabe zuteil, denn neben der fachlichen Präzision ist das Gebiet der Augenprothetik auch ein sehr sensibles Thema für den Patienten. Der Verlust eines Auges und die damit einhergehende Vorgeschichte bedeuten neben den körperlichen auch tiefe psychische Wunden, welche nur langsam heilen.

Vertrauen ist der Schlüssel zu einer einfühlsamen Beratung und trägt zur Rehabilitation des Patienten bei.

Bieten wir weitere Beratung an?

Unsere Arbeit umfasst nicht nur die medizinisch erforderliche Betreuung der Patientinnen und Patienten in enger Abstimmung mit Kliniken und Spezialisten. Darüber hinaus leisten wir einen wesentlichen Beitrag zu ihrem Rehabilitationsprozess. Durch den regelmäßigen Kontakt und die individuellen Lebensgeschichten hat sich im Laufe der Zeit eine besondere Vertrauensbasis entwickelt, die über die reine medizinische Behandlung hinausgeht.

Als zusätzlichen Service bieten wir umfassende Beratung zu Themen wie Lidkorrekturen, Implantatversorgung sowie rekonstruktiven Möglichkeiten im Bereich der Augenhöhle an. Dank unserer langjährigen Fachkenntnis stehen wir Ihnen verlässlich zur Seite und begleiten Sie auf Ihrem weiteren Weg der Rehabilitation.

Gibt es unterschiedliche Prothesenformen?

Zum besseren Verständnis zeigen wir auf, welche Prothesenarten am Patienten Anwendung finden.


1) Die doppelwandige Prothese, eine dünn ausgearbeitete Prothesenform mit 2 Wänden, die bei ausreichend Platz in der enukleierten Orbita eingesetzt wird. 

2) Diese Form ist eine einwandige Prothesenschale, die eingesetzt wird, wenn weniger Platz in der Orbita vorhanden ist. Häufig ist es die erste Wahl, nach einer Enukleation, da die Augenhöhe noch stark geschwollen ist.

3) Die Bulbusschale ist die hohl ausgearbeitete Glas-Schalen-Form, die den atrophierten Bulbus umkleidet.

Werden Kunstaugen aus Glas aus einem speziellen Glas hergestellt?

Das Glas für Augenprothesen besteht aus einem speziellen Silicat-Glas, das ausschließlich in Lauscha (Thüringen) hergestellt wird. Es ist besonders geschmeidig und gut formbar – Eigenschaften, die durch die Zugabe von Kryolith weiter verbessert werden, sodass das Material bei etwa 600 °C optimal verarbeitet werden kann. Die spezielle Zusammensetzung sorgt zudem für eine hohe Körperverträglichkeit. Durch das Bearbeiten mit einem Gasbrenner entsteht eine sogenannte Feuerpolitur, die eine besonders glatte und homogene Oberfläche der Prothese gewährleistet.

Unser Bild zeigt übrigens sogenannte Halbfertige (Rohlinge).

Was ist der Unterschied von Glasaugen und Kunststoffaugen?

Glasaugen bieten gegenüber Kunststoffaugen wichtige Vorteile: Sie besitzen durch die Feuerpolitur eine deutlich glattere Oberfläche, sind besser verträglich, da sie aus anorganischem Material bestehen, und werden von der Tränenflüssigkeit gut benetzt. Zudem können sie in einer einzigen Sitzung direkt angepasst und sofort getragen werden. Nachteile sind ihre Zerbrechlichkeit und dass sie im Winter etwas kühler wirken. Kunststoffaugen sind dagegen bruchsicherer und thermisch angenehmer, haben aber eine rauere Oberfläche, können Allergien auslösen und werden schlechter benetzt. Kunststoffaugen sind für Personen mit einer Greifbehinderung besser geeignet.

Im Bild sehen Sie Mikroskopie Aufnahmen.

Oben links Augenprothese aus Kunststoff
1 Jahr Tragedauer

Unten rechts Augenprothese aus Spezialglas
1 Jahr Tragedauer

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